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Rote Fluh (Rothorn, Färmeltal)

Schattenspiel in der 'Peter Pan'

Einleitung
Hübsche Mehrseillängenkletterei in schöner Umgebung. Nebst der vorherrschenden, scharfen Tropflöcherkletterei ist an einigen Stellen auch gefühlvolles Reibungsklettern gefragt. Die Routen trocknen bemerkenswert rasch ab. Auch wenn es in der Nacht noch regnet, kann oftmals bereits am nächsten Tag wieder geklettert werden.

Der Zugang erfolgt normalerweise über das Färmeltal. Vom Parkplatz ist man in einer knappen Stunde an den Einstiegen. Im Dörflein Matten, wo man ins Fermeltal abzweigt, fährt man übrigens neben einer Beiz vorbei, die sehr gute Käseschnitten serviert.
Ebenfalls möglich - mit viel Stil - ist im Frühling die Kombination mit Skis: Ab der Grimmialp im Diemtigtal Richtung Rothorn, dann abseilen, klettern und danach auf die Grimmialp abfahren. Die Marque Jaune bietet sich dazu besonders an, aber wenn man den Vorgipfel westlich umgeht, kommt man über ein Band zu diversen Ständen, z.B. von Peter Pan. Ein 60m-Seil ist vorteilhaft, um die Abseilpiste zu wechseln.

Zusätzlich zu den Topos können die nachfolgenden, kurzen Routenbeschreibungen eine Hilfe für die Routenauswahl bieten.


Routen
Bons Baisers de Sibérie
Archipel du Goulag
L Espion qui venait du froid
Le Salamandre
Peter Pan
Voyage en Italie
Marque Jaune


Bons Baisers de Sibérie (11.10.08)
Vielleicht die schönste Route am Rothorn. Nach einer gemütlichen Einwärm-Länge mit einer kleinen Reibungs-Stelle geht's zünftig zur Sache. Der Fels ist oft senkrecht oder leicht überhängend und die Tropflöcher sind von einer Schärfe, welche die Fingerhaut und Schuhsohlen strapaziert. Die Kletterei ist oftmals etwas unübersichtlich, was eine On-Sight Begehung im Verhältnis zum Schwierigkeitsgrad anspruchsvoll macht. Besonders bei der Schlüsselstelle hat man wegen der Steilheit nicht ewig Zeit, um mögliche Griffe zu ertasten und in eine wirksame Bewegungskombination einzureihen. Die Hakenabstände sind eher weit, aber die Bolts sind solide und richtig gesetzt. Friends und Keile sind nicht erforderlich.
Bilder zur Route

Archipel du Goulag (25.11.09)
Zwar nicht die Beste, aber doch eine lohnende Route. Die Schllüssellänge ist zwar stellenweise etwas brüchig, bietet aber steile, athletische und hübsche Kletterei an meist grossen, freundlichen Griffen. Danach klettert man in drei sehr schönen Längen mit geschickter Routenwahl durch schönen Hochgebirgskalk von moderater Schärfe zum Ausstieg. Friends und Keile sind nicht erforderlich.
Bilder zur Route

L Espion qui venait du froid (28.08.05)
Die schwerste Route im Gebiet. Der Fels ist mehrheitlich sehr gut, jedoch stellenweise etwas 'brösmelig'. Mit ihren 9 Längen füllt sie einen Klettertag aus. Die Platzierung der Bolts ist durchdacht.
Bilder zur Route

Le Salamandre (23.01.10)
Die Route ist im unteren Teil etwas "in die Länge gezogen". Ab der SL6 folgt steile, griffige Genusskletterei in schönem, festem Hochgebirgskalk. Nach einem kurzen, leich brüchigen Überhang unter dem Stand der zweitobersten Länge kommt man in der letzten, sehr schönen aber nicht zu unterschätzenden Länge doch noch in den Genuss des legendär scharfen Rothornfelsens.
Bilder zur Route

Peter Pan (28.04.07)
Abwechlsungsreiche Route, die Plattenkletterei, griffigen Hochgebirgskalk und zuoberst Rothornfels der Klasse 'Extra scharf' bietet. Den Föteler nicht vergessen; in der dritten Länge kann man spektakuläre Bilder des nachsteigenden Seilpartners machen. Auch diese Route ist gut und solide eingerichtet, mit nicht allzu nahen Hakenabständen. Friends und Keile sind nicht erforderlich.
Bilder zur Route

Voyage en Italie (06.04.10)
Sehr schöne Route. Abgesehen von einer grasigen und brüchigen Passage in der 2. Seillänge ist der Fels praktisch durchgehend bestens und erinnert stellenweise an die Wendenstöcke. Neben diffizilen, fast grifflosen Gleichgewichtspassagen ist an manchen Stellen auch etwas Fingerkraft und Körperspannung gefragt. Die schwierigen Passagen sind sehr schön, aber nicht einfach zu lesen und daher anspruchsvoll zum on-sight klettern.
Friends und Keile sind nicht erforderlich.
Bilder zur Route

Marque Jaune (28.04.07, 15.01.11)
Eine der spektakulärsten Sportkletterrouten in diesem Schwierigkeitsgrad. Man überwindet querend mehrere Dachzonen und hat entsprechend viel Luft unter dem Hintern. Der Fels ist, mit Ausnahme der zweiten Länge, kompakt und griffig. Mit dieser Route hat Michel Piola einmal mehr seinen ausgeprägten Sinn für gute Linienführung bewiesen. Die Hakenabstände kurz und damit dürfte die Route auch für ambitionierte Plaisir-Kletterer drinliegen.
Bilder zur Route (28.04.07)
Bilder zur Route (15.01.11)
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