Eiger

Perfekter Hochgebirgskalk in der Deep Blue Sea, Genferpfeiler
Perfekter Hochgebirgskalk in der Deep Blue Sea, Genferpfeiler

Deep Blue Sea
Bereits vor Dean Potters Base-Solo-Begehung genoss die Mehrseillängen-Sportkletterroute Deep Blue Sea in der Szene einen hohen Bekanntheitsgrad. Die in 9 Seillängen aufgeteilten 320 Meter füllen einen Klettertag aus und man muss immer dranbleiben, wenn man am Abend das letzte Bähnli ab Eigergletscher erwischen will. Sowohl von der Linie als auch von der Felsqualität her ist die Route erstklassig. Die bewusst eher knappe Absicherung ist solide und durchdacht. Wegen der Steilheit ist Stürzen an den meisten Stellen unbedenklich.
Auch an den wärmsten Tagen des Jahres sind warme Kleider empfehlenswert. Einige Stellen bleiben lange nass, daher ist die beste Jahreszeit eine sommerliche Trocken- und Hitzeperiode mit möglichst hoher Nullgradgrenze. 

 Beim Abseilen muss man immer schön am Fels bleiben, wenn man nicht mit viel Luft unter dem Hintern seine Prusik-Fähigkeiten testen will. Der Fussabstieg über die Westflanke ist auch mit Kletterschuhen möglich: Die Basejumper haben in der westlichen Runse Fixseile eingerichtet. Damit können die Schneefelder umgangen werden.

Bilder


Magic Mushroom

Die alpine Sportkletterroute Magic Mushroom wurde im 2007 von Roger Schäli und Christoph Hainz erstbegangen. Der Charakter der Route kann mit lang, steil, ausgesetzt, anstrengend und grandios umschrieben werden. In den unteren, deutlich einfacheren Längen gibt es neben einigen Schuttbändern und diversen brüchigen Passagen bereits schön kompakten, kletterfreundlichen Fels. Ab der 8. Länge bis zum Ausstieg auf dem Pilz ist dann die ganze Wand leicht bis stark überhängend und kompakt. Damit ist die Wand ein Mekka für Basejumper. Auch die Kletterherzen schlagen höher; einerseits aus Freude über die grandiose Felsqualität und die kühne Linie, andererseits um das Laktat aus den Unterarmen zu spülen.

Absicherung: Im unteren Teil gibt es sehr viele Bohrhaken, von denen (zumindest bei trockenem Fels) einige unnötig scheinen. Gegen oben nimmt die Bohrhakendichte dann deutlich ab. Insgesamt ist die Absicherung - mit Ausnahme von ein paar wenigen run-outs - gut und solide. Allenfalls kann ein 0.5 Camalot für die unteren Längen mitgenommen werden. Im Notfall könnte man übrigens abseilen.

Die Bewertung ist meist eher milde, jedoch sind ein paar wenige Längen knallhart bewertet, z.B. die 6c und die 7b.

Bilder


Heckmair

Eindrückliche, klassische Nordwand mit hohem Erlebniswert und viel Geschichte. Durch die vielen Begehungen steckt inzwischen viel Material. Es lohnt sich, die einmalige Ambiente der Wand mit einem Biwak zu geniessen, z. B. Anfangs Götterquergang. Als angenehmer Nebeneffekt kommt man so im Tageslicht auf den Gipfel und kann noch absteigen und die letzte Bahn ab Station Eigergletscher erreichen. Aufgrund der zunehmenden Ausaperung und dem daraus folgenden Steischlag sollte die Tour nur noch bei frostigem Wetter gemacht werden. 

Bilder